Institut für Volkskunde
der Deutschen des östlichen Europa
IVDE Freiburg
 
„Rückschau und Wegbestimmung“ - Eine Arbeitstagung

Arbeitstagung der Kommission „Kulturelle Kontexte des östlichen Europa“ in der dgv am 6. und 7. Dezember 2018 in Bad Kissingen.

Alle Mitglieder und Interessierten sind eingeladen, über die Forschungsfelder und Aufgabengebiete, methodischen Zugriffe und konzeptuellen Zugänge einer kritischen Kulturanalyse in den Regionen des östlichen Europa zu diskutieren:
Was sind zeitgemäße Forschungsfelder einer kontextuell denkenden Ethnografie und Kulturanalyse im östlichen Europa? Wie lässt sich Europa von seinen östlichen Grenzen und Peripherien her denken? Welchen Stellenwert nehmen die traditionellen Forschungsfelder einer Volkskunde der Heimatvertriebenen und (ehemaligen) deutschsprachigen Minderheiten im östlichen Europa weiterhin ein? Welche Verständnishorizonte bieten sie in einer von Flucht, Vertreibung und ethnischen Säuberungen geprägten Gegenwart? Welche Blicköffnungen ermöglichen die Erfahrungskontexte vielsprachiger und multiethnischer Lebensrealitäten vor dem Hintergrund zunehmender nationalistischer Verengung? Wie reagieren wir auf ideologische Geschichtsbilder und ausgrenzende Identitätsentwürfe? Welche Quellen und Methoden dienen einer multiperspektivischen Forschung? Inwieweit beeinflussen Förderbedingungen und transnationale Forschungsprojekte unsere Quellen- und Methodenwahl? Welche Rolle spielen Sprachkenntnisse in empirischen Forschungsprojekten? Und schließlich: Welche erfolgreichen Kooperationen und Synergien bestehen bereits, wo sollten in Zukunft regionale, nationale und transnationale Netzwerke geknüpft und gemeinsame Forschungsprojekte initiiert werden?

Auf der Basis von Impulsbeiträgen möchten wir auf unserer Arbeitstagung zur Standortbestimmung der Kommission „Kulturelle Kontexte des östlichen Europa“ die aufgeworfenen Fragen und Forschungsperspektiven kritisch diskutieren. Wir freuen uns über rege Beteiligung.

Organisation: Katharina Eisch-Angus (katharina.eisch-angus@uni-graz.de), Sarah Scholl-Schneider (scholl-schneider@uni-mainz.de), Marketa Spiritova (m.spiritova@ekwee.uni-muenchen.de)

Tagungsort: Der Heiligenhof, Bad Kissingen

Anmeldung bitte bis zum 15.11. bei der Geschäftsführerin der Kommission, Frau Saray Paredes Zavala (Saray.ParedesZavala@ivde.bwl.de)

Programm

Donnerstag, 6. Dezember 2018

13.30 Uhr WARUM: Begrüßung und Eröffnung
Werner Mezger, Katharina Eisch-Angus, Sarah Scholl-Schneider, Marketa Spiritova
WO: Zum Tagungsort
Gustav Binder (Heiligenhof)
Johanne Lefeldt (Mainz): „Also, für mich ist der Heiligenhof auch ein wesentliches Stück Heimat.“ Der Heiligenhof als Erinnerungsort

14.30 – 17.00 Uhr:
WIE: Methoden und Zugänge
Sarah Scholl-Schneider (Mainz): Methodische Zugänge zum östlichen Europa. Eine Rückschau anhand der Publikationen der Kommission
Katharina Schuchardt (Kiel): Wenn es einem die Sprache verschlägt – Überlegungen zur Methodik einer Europäischen Ethnologie/Volkskunde im östlichen Europa

18 – 19.00 Uhr Abendessen

19 – 21.30 Uhr
Mitgliederversammlung

Freitag, 7. Dezember 2018

9.00 – 11.30 Uhr
WAS: Inhalte und Ausrichtungen
Katharina Eisch-Angus (Graz): Perspektiven kontextuellen Forschens zum östlichen Europa
Sarah Kleinmann, Ira Spieker (Dresden): Übersetzungen. Ethnografie in grenzbezogenen „Kontaktzonen“

12.00 – 13.00 Uhr
Mittagessen

13.00 – 15.00 Uhr
WER: Institutionen und Netzwerke
Marketa Spiritova (München): Das östliche Europa in Forschung und Lehre in der Europäischen Ethnologie
Jana Nosková (Brünn): Ethnologische Forschung in der Tschechischen Republik. Am Beispiel des Instituts für Ethnologie der Akademie der Wissenschaften

15.30 – 16.30 Uhr
Zusammenfassung und Schlussdiskussion

17.00 Uhr
Abreise

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