Institut für Volkskunde
der Deutschen des östlichen Europa
IVDE Freiburg
Die Revitalisierung der deutschen (Lokal-)Kultur in den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten Ungarns – Neue Feste, Bräuche und Rituale
Das erst 1996 entstandene Fischsuppenfest in Baja/Ungarn ist heute eines der bekanntesten „traditionellen“ gastronomischen Festivals des Landes. Foto: © Bertalan Pusztai /Szeged

Feste, Bräuche und Traditionen sind wichtige Marker für die Aktivität und Vitalität einer ethnisch organisierten Minderheitengruppe. Dies gilt auch in Siedlungsgebieten der Nachfahren deutscher Einwanderer, wo man in Dörfern mit größerem deutschem Bewohneranteil die eigene „schwäbische Kultur“ heute wiederendeckt, sich verstärkt darauf rückbesinnt, ja sie zu „revitalisieren“ versucht.

Im Rahmen des Projektes werden Feste, Bräuche sowie wiederhergestellte und nicht zuletzt neu installierte Traditionen („Invention of Tradition“) dokumentiert, die die Ungarn zu ihrer ungarischen und die Ungarndeutschen zur Herausstellung ihrer ungarndeutschen Identität praktizieren. Die Dokumentation schließt auch Feldbeobachtungen in den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten mit ein.

Veröffentlichungen

Feste, Bräuche, Traditionen. Ein Datenbankprojekt mit ungarischen und ungarndeutschen Bezügen. In: Deutsch revital. Pädagogische Zeitschrift für das ungarndeutsche Bildungswesen, Budapest, 6 (2009), Heft 6, S. 133-144.

Das Fest des St. Stephan als überdachendes Identitätsangebot. Mythen, Fakten, Bilder zur Historie des Festes am 20. August. In: Csilla Schell, Michael Prosser (Hgg.): Fest, Brauch, Identität – Ünnep, szokás, identitás. Ungarisch-deutsche Kontaktfelder. Beiträge zur Tagung des Johannes-Künzig-Instituts, 8.-10. Juni 2005. (Schriftenreihe des Johannes-Künzig-Instituts, Bd. 9). Freiburg 2008, S. 15-85.

"Invention of Tradition" im post-sozialistischen Ungarn. Neue Feste und Bräuche – Beispiele aus einer Dokumentation. In: Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde 49 (2007), S. 57-76.

Vorträge

„Egriség” („Vom-Eger-Sein”), „tótvázsonyiság” („Vom-Tótvázsony-Sein”) – Zur Inszenierung von Tradition. 21.9.2015, IVDE-Jahrestagung "Gefundene und erfundene lokale Feste und Festivals nach der Wende zwischen "Ethnobusiness" und Selbstvergewisserung", IVDE Freiburg, 21./22.9.2015

Zur Sammlung neuer und revitalisierter Feste, Bräuche und Traditionen der Ungarndeutschen 03.04.2009 Evangelisches Archiv, Bonyhád „Németek a Kárpat-medencében - Deutsche im Karpatenbecken“

Neue und revitalisierte Feste, Bräuche und Traditionen der Ungarndeutschen. 09.10.2009 Universität Bonn, „Das immaterielle Kulturgut Musik im Spannungsfeld von ‚Lebenswelt’ und ‚Monument’“. Internationale Arbeitstagung 8.-10.10.2009

Wiederbelebtes Brauchtum? Neue Feste und Rituale der Ungarndeutschen. 17.10.2009 Gerlingen. „40 Jahre Patenschaft der Stadt Gerlingen über die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn – 60 Jahre Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn“. Kulturtagung der Landsmannschaft

Neue und revitalisierte Feste und Traditionen. „Die heutige Konnotation des schwäbischen Phänomens - Theorien, Methoden und Feldforschung, Identitätsstiftung“, 20.-23.02.2008, Universität Debrecen

Projekt von: Csilla Schell
Als PDF speichern