Institut für Volkskunde
der Deutschen des östlichen Europa
IVDE Freiburg

János Bednárik M.A.

Institut für Ethnologie im Geisteswissenschaftlichen Forschungszentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest, Ungarn (Dezember 2016)

"Im Dezember 2016 durfte ich – nach 2011 und 2015 – bereits das dritte Mal einen Forschungsaufenthalt im IVDE verbringen. Mein Hauptanliegen war diesmal, am Text meiner Dissertation zum Thema „Kirche und Gesellschaft im Ofner Bergland im 19. Jahrhundert“ zu arbeiten sowie ergänzendes Material aus den Archivbeständen und in der Bibliothek des Instituts zu sammeln. Des Weiteren konnte ich mir durch Literaturrecherche, und vor allem durch Austausch mit den Mitarbeitern des IVDE, einen frischen Einblick in die aktuellen Diskurse des deutschsprachigen volkskundlich- kulturwissenschaftlichen Wissenschaftsbereichs verschaffen. Nicht zuletzt diente unser Aufenthalt der Stärkung und Profilierung der Beziehungen zwischen unseren Instituten."

Kirche, lokale Gesellschaften und Volksfrömmigkeit in den deutschen Gemeinden im Ofner Bergland (19. – 20. Jahrhundert)

 János Bednárik

Dr. Levente Szilágyi Ph.D.

Insitut für Ethnologie im Geisteswissenschaftlichen Forschungszentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest, Ungarn (Dezember 2016)

"2010 habe ich als wissenschaftlicher Referent an der Produktion eines Films über die Deutschen von Hadad/Hodod/Kriegsdorf (Sathmar) teilgenommen (Titel: „Addig, míg sokan voltunk. A hadadi németek múltja és jelene [Als wir noch zahlreich waren. Die Vergangenheit und Gegenwart der Hadader Deutschen]“. Einige Ergebnisse meiner Recherche habe ich auf der gemeinsamen Tagung des Lehrstuhls für Volkskunde der Universität Debrecen und des IVDE am 4. Oktober 2013 in Debrecen referiert. Dabei erfuhr ich von hervorragenden Forschungsmöglichkeiten im IVDE. So nahm ich mir vor, dort ein Stipendium zu beantragen, was ich aber aus beruflichen Gründen erst Ende 2016 tun konnte. Ziel meines gut zweiwöchigen Aufenthaltes war es, Materialien zu den Hadader zu beforschen. Dazu gehört insbesondere die Gruppe, die zuerst im Jahre 1962 nach Angyalkút/Fantele/Engelsbrunn im Komitat Arad (Rumänien), und von dort zur Zeit der Wende von 1989 nach Deutschland ausgewandert ist. Hierzu wurde ich im IVDE nicht nur fündig, auch konnte ich auf Grund der Kontakte des stellvertretenden Institutsleiters Dr. Retterath ein Interview mit der Leitung der Heimatortsgemeinschaft Hadad in Rastatt führen"

Levente Szilágyi hat ab 1998 an der Babeş–Bolyai University in Cluj Ungarische Ethnologie studiert, 2005 das Masterstudium in Ethno- und Soziolinguistik absolviert und wurde 2013 an derselben Universität mit einer Arbeit über die Beziehungsgeschichte der Sathmarer Gemeinden Csanálos (Rumänien) und Vállaj (Ungarn) in Ungarischer Ethnologie promoviert. Zurzeit ist er fellow researcher am Institut für Ethnologie im Geisteswissenschaftlichen Forschungszentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.

Dr. Hana Dvořáková

Mährisches Landesmuseum Brno/Brünn, Tschechische Republik (November 2016)

Das Krippenbauzentrum Grulich als polyfunktionelles Produktionszentrum in Verbindung mit den Vertriebenen aus der Tschechischen Republik


Mgr. Melinda Marinka Ph.D.

Ethnographische Forschungsgruppe der Ungarischen Akademie der Wissenschaften an der Universität Debrecen, Ungarn (November 2016)

Aktualisierung der Quellenlage nach Abschluss der Doktorarbeit „Spuren der Volkskultur und die heutigen ethnischen Charaktermerkmale der Sathmarer Schwaben“

Mgr. Melinda Marinka

Mgr. Ludmila Tomášková

Historisches Institut, Philosophische Fakultät, Masaryk-Universität in Brno/Brünn, Tschechische Republik (Oktober/November 2016)

"Im November 2016 widmete ich mich während meines Aufenthalts im IVDE den sogenannten Heimatblättern der aus Šternberk/Sternberg vertriebenen Deutschen. Ich beschäftigte mich auch mit der „Sudetendeutschen Zeitung“ und suchte nach Parallelen zwischen den Nachrichten, die im offiziellen sudetendeutschen Presseorgan und in den einzelnen Heimatblättern der Vertriebenen, in diesem Fall in der „Sternberger Heimatpost“, abgedruckt wurden. Ich ging der Frage nach, welche Rolle die Zeitungen bzw. Zeitschriften, oder Medien allgemein, bei der Konstruktion des kollektiven Gedächtnisses spielen. Dank dem Stipendium des IVDE konnte ich auch Fachliteratur über die Erinnerungskultur der Heimatvertriebenen studieren. Die Ergebnisse meines Stipendienaufenthaltes werden in meine Dissertation über die Integration der Sternberger Deutschen eingehen."

Mgr. Ludmila Tomášková
Mgr. Ludmila Tomášková studiert Geschichte an der Philosophischen Fakultät an der Masaryk-Universität in Brünn. Das Thema ihrer Dissertation lautet „Die Integration der Vertriebenen aus dem früheren tschechoslowakischen Kreis Sternberg“.

M.A. Sándor Trippó

Institut für Germanistik der Universität Debrecen, Ungarn (Oktober 2016)

"In meinem Dissertationsprojekt „Zeitzeugenschaft als Wissenspraxis aus einer transdisziplinären Perspektive“ fokussiere ich Zeitzeugenschaft als sozio-kulturelle Erscheinung und als wissenschaftliche Erkenntnisquelle und untersuche anhand populärkultureller Repräsentationen der DDR-Vergangenheit gegenwärtig dominante erinnerungskulturelle Tendenzen und Sichtweisen. Im Einzelnen betrifft dies auch die nach 1945 in die spätere DDR Geflüchteten und Vertriebenen. Zudem lohnt es sich, meine theoretisch-methodologischen Kenntnisse über die Germanistik hinaus disziplinübergreifend zu erweitern. Zu beiden Punkten hat mir das Stipendium im IVDE sehr geholfen. Im Tonarchiv konnte ich mir Interviews mit Vertriebenen anhören, mich mit den Kolleginnen und Kollegen über Interviewtechniken austauschen und mir in der reichhaltigen Bibliothek theoretisch-methodologische Kenntnisse aus dem Bereich Volkskunde/Kulturanthropologie aneignen."

M.A. Sándor Trippó
Sándor Trippó hat 2010 an der Universität Debrecen den Magister im Lehramt für Anglistik und Germanistik erworben. 2011 erhielt er ein Dolmetscher- und Übersetzerzertifikat. Seit 2014 hat er im Institut für Germanistik der Debrecener Universität den Promotionsstudiengang Vergleichende Literaturwissenschaft belegt.

Prof. Dr. hab. Róbert Keményfi

Insitut für Volkskunde der Universität Debrecen, Ungarn (Oktober 2016)

"Seit geraumer Zeit untersuche ich die fachgeschichtliche Auseinandersetzung ungarischer Forscher mit der deutschen Sprachinselvolkskunde in der Zwischenkriegszeit. Das Thema meiner Forschung im IVDE lautete: „Volkstumsforscher – Nationalitätengeographie – Methoden“. Von Interesse waren für mich vor allem die Archivalien aus den Nachlässen von Alfred Karasek, Bruno Schier und Emil Maenner sowie die Landkartensammlung des Institutes. Zudem war mir an dem fachlichen Austausch mit dem stellvertretenden Institutsleiter Dr. Retterath über ethnographische Forschungen in der Zwischenkriegszeit gelegen. Schließlich war auch die IVDE-Arbeitstagung zu den „Heimatblättern“ wegen der Nachwirkungen der Sprachinselvolkskunde für mich von Interesse. Darüber hinaus war es mir auch ein wichtiges Anliegen, die Bestände des IVDE näher kennenzulernen, dies nicht zuletzt um die Studierenden in Debrecen nachhaltig auf hervorragenden Forschungsmöglichkeiten im IVDE hinweisen zu können."

Prof. Dr. hab. Róbert Keményfi
Róbert Keményfi wurde 1997 mit einer Arbeit über die Problematik der ethnischen Grenze und Multiethnizität an der Universität Debrecen promoviert. 2002 folgte die Habilitation mit einer Arbeit über die geographische Betrachtungsweise in Ethnographie bei der Analyse ethischer und religiöser Kontaktzonen.

Mgr. Jana Nosková Ph.D.

Institut für Ethnologie der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Arbeitsstelle Brno/Brünn (September/Oktober 2016)

Das Bild der Tschechoslowakei in den Heimatzeitungen der vertriebenen Deutschen aus den Böhmischen Ländern – am Beispiel des Brünner Heimatboten

Mgr. Jana Nosková

PHDr. Sandra Kreisslová Ph.D.

Tschechische Landwirtschaftsuniversität Praha/Prag, Tschechische Republik (September 2016)

Das Bild der Stadt Jáchymov/St. Joachimsthal in der Heimatzeitung der vertriebenen Deutschen aus den böhmischen Ländern

PHDr. Sandra Kreisslová

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