Institut für Volkskunde
der Deutschen des östlichen Europa
IVDE Freiburg
 

 

Jahrbuch Kulturelle Kontexte des östlichen Europa (61) 2020

280 Seiten, broschiert, 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-4291-7

Vom Dekor der Heimatzeitschriften



Ausgehend von den am Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE) in Freiburg betriebenen Forschungen zu den Heimatzeitschriften der Deutschen in und aus dem östlichen Europa nach 1945 beschäftigt sich der 61. Band des Jahrbuchs mit der Gestaltung und Ästhetik dieser besonderen Gattung von Periodika. Der Großteil der Beiträge geht auf die Tagung "Bild und Schrift als Botschaft. Vom Dekor der Heimatzeitschriften" zurück, die Ende 2019 vom IVDE in Kooperation mit dem Institut für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa e. V. (IKKDOS) durchgeführt wurde. Neben den Bildinhalten und den Semantiken der Abbildungen werden in den Beiträgen auch die (vermuteten) Intentionen der Fotografinnen und Fotografen, der Herausgeberinnen und Herausgeber und der Verlage in den Blick genommen. Aspekte der "Rahmung" ("Framing") werden ebenso diskutiert wie die visuelle Darstellungslogik der Heimatzeitschriften und ihre Positionierung durch Mittel der Gestaltung. Wie jedes Jahr ergänzen weitere Aufsätze sowie ein umfangreicher Berichte- und Rezensionsteil das Spektrum des Periodikums der Kommission Kulturelle Kontexte des östlichen Europa in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e. V.

Mit Beiträgen von:
Maria Adam, Natalia Blum-Barth, Čarna Brković, Elisabeth Fendl, Bernadette Gebhardt, Christin Hansen, Michael Hirschfeld, Heinke Kalinke, Konrad Köstlin, Sandra Kreisslová, Johanne Lefeldt, Viktória Muka, Jana Nosková, Michal Pavlásek, Hans-Werner Retterath, Judith Schmidt, Sarah Scholl-Schneider, Katharina Schuchardt, Hannah Wadle, Tobias Weger

Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Johanne Lefeldt, Sarah Scholl-Schneider


 

Jahrbuch Kulturelle Kontexte des östlichen Europa (60) 2019

200 Seiten, broschiert, 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-4153-8


Was sind zeitgemäße Forschungsfelder einer kontextuell denkenden Ethnografie und Kulturanalyse des östlichen Europas? Wie lässt sich Europa von seinen östlichen Grenzen und Peripherien her denken und methodisch erforschen? Welche Blicköffnungen ermöglichen die Erfahrungskontexte vielsprachiger und multiethnischer Lebensrealitäten vor dem Hintergrund zunehmender nationalistischer Verengung? Welchen Stellenwert nehmen die traditionellen Forschungsfelder einer Volkskunde der Heimatvertriebenen und (ehemaligen) deutschsprachigen Minderheiten im östlichen Europa weiterhin ein? Welche Verständnishorizonte bieten sie in einer von Flucht, Vertreibung und ethnischen Säuberungen geprägten Gegenwart? Wie reagieren wir auf ideologische Geschichtsbilder und ausgrenzende Identitätsentwürfe? Wie lässt sich der latente Westzentrismus gegenwärtiger kulturanthropologischer Forschung relativieren? Der 60. Band des Jahrbuchs geht auf eine internationale Tagung der Kommission Kulturelle Kontexte des östlichen Europa im Dezember 2018 in Bad Kissingen zurück und greift entlang dieser Fragen eine Diskussion zu Standort, Potenzialen und neuen Wegen europäisch-ethnologischen Forschens zum östlichen Europa auf.

Mit Beiträgen von:
Valeska Bopp-Filimonov, Anne Dippel, Katharina Eisch-Angus, Elisabeth Fendl, Sarah Kleinmann, Elisabeth Luggauer, Jana Nosková, Oliwia Murawska, Judith Schmidt, Sarah Scholl-Schneider, Katharina Schuchardt, Ira Spieker, Marketa Spiritova, Ágnes Tóth

Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Saray Paredes Zavala, Werner Mezger, Hans-Werner Retterath, Sarah Scholl-Schneider


 

Jahrbuch Kulturelle Kontexte des östlichen Europa (59) 2018

180 Seiten, broschiert, mit einigen Abb., 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-3946-7


Mit Beiträgen von:
Jana Birthelmer, Martina Egger, Michaela Eigmüller, Elisabeth Fendl, Susanne Greiter, Nadja Harm, Heinke Kalinke, Klára Kuti, Regina Löneke, Christian Marchetti, Michael Prosser-Schell, Judith Schmidt, Sarah Scholl-Schneider, Katharina Schuchardt, Markus Stadtrecher, Tobias Weger

Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Saray Paredes Zavala, Werner Mezger, Hans-Werner Retterath, Sarah Scholl-Schneider


 

Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde (58) 2017

204 Seiten, broschiert, mit einigen Abb., 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-3743-2

Bewegte Jugend im östlichen Europa. Volkskundliche Perspektiven auf unterschiedliche Ausprägungen der Jugendbewegung seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert



Historiker, Kulturanthropologen, Sozial- und Erziehungswissenschaftler wie auch Bildungsforscher haben sich in den vergangenen Jahrzehnten vielfach mit der Jugendbewegung beschäftigt. Der vorliegende Band greift die Thematik unter erweiterten Gesichtspunkten auf, indem er seinen geographischen Fokus vorwiegend auf das östliche Europa richtet und den Untersuchungszeitraum vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart ausdehnt. Dies ermöglicht noch stärker als bisher vergleichende Studien im Sinne einer "longue durée". Besonders in den Blick genommen wird dabei die Rolle von Jugendverbänden bei der sozialen und politischen Mobilisierung deutscher Minderheiten im östlichen Europa während der Weimarer Republik, in der NS-Zeit und nach dem Zweiten Weltkrieg. Aus komparatistischer Perspektive werden Fragen nach organisatorischen, politisch-ideologischen und alltagskulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Gruppen der deutschen Jugendbewegung und vergleichbaren Verbandsbildungen der ethnischen Nachbarn im östlichen Europa aufgegriffen.

Der Band vereint Referate einer 2016 auf Burg Ludwigstein von der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde gemeinsam mit dem Archiv der deutschen Jugendbewegung veranstalteten Tagung unter dem Titel "Bewegte Jugend im östlichen Europa: Volkskundliche Perspektiven auf Ausprägungen der Jugendbewegung seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert". Darüber hinaus informiert der Berichts- und Rezensionsteil über aktuelle Forschungen im Bereich der Alltagskultur der Deutschen in und aus dem östlichen Europa.

Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Saray Paredes Zavala, Werner Mezger, Michael Prosser-Schell,
Hans-Werner Retterath, Sarah Scholl-Schneider


 

Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde (57) 2016

216 Seiten, broschiert, 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-3515-5

Gesundheit und Krankheit bei russlanddeutschen
(Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern



Gesundheit und Krankheit sind nicht nur psychische oder physische Erscheinungen. Im Umgang mit Erkrankungen und Wohlergehen spielen auch kulturelle und soziale Faktoren eine wichtige Rolle. Besonders deutlich wird dies, wenn sich Vorstellungen und Verhaltensweisen im Migrationsprozess verändern – wie etwa im Falle der russlanddeutschen (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler. Am Beispiel dieser Gruppe untersuchen Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Disziplinen die Zusammenhänge zwischen Migrationserfahrungen, Konzepten von Gesundheit, Formen des Umgangs mit dem Körper sowie den damit einhergeheden Vorstellungen und Praktiken.

Die Beiträge zum Themenschwerpunkt Gesundheit und Krankheit bei russlanddeutschen (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-) Aussiedlern gehen zurück auf eine Tagung, die 2015 im Rahmen des Projektes GEVERA (Zum Gesundheitsverständnis und -verhalten russlanddeutscher Aussiedlerinnen und Aussiedler) vom Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Freiburg sowie vom Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa, Freiburg, veranstaltet wurde.

Mit Beiträgen von:
Yvonne Adam, Heiko Becher, Miriam Braun, Uta Bretschneider, Eva Bund, Natalia Donig, Elisabeth Fendl, Anna Flack, Klaus Fuhrmann, Stefanie Jost, Tilman Kasten, Sarah Kleinmann, Konrad Köstlin, Werner Mezger, Andrea Anna Muskovics, Jana Nosková, Natalja Salnikova, Ira Spieker, Magdalena Stülb, Tobias Weger, Volker Winkler, Susanne Worbs

Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Tilman Kasten, Werner Mezger, Michael Prosser-Schell, Hans-Werner Retterath, Sarah Scholl-Schneider


 

Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde (56) 2015

256 Seiten, broschiert, 32,00 €,
ISBN 9783-8309-3337-3

25 Jahre Erinnerung an das geteilte Europa



2014 jährte sich der Fall des Eisernen Vorhangs zum 25. Mal. Vielerorts traten neben deutsch-deutschen Aspekten des Erinnerns an die Zeit des geteilten Europa auch die historischen Beziehungen Deutschlands zu seinen östlichen Nachbarn in Europa in den Vordergrund. Nationales Erinnern an die Zäsur von 1989 wurde so oftmals in größere europäische, wenn nicht gar globale Zusammenhänge eingebettet. Die Frage nach den Formen, Funktionen, Konsequenzen und Konjunkturen des kollektiven Erinnerns an das geteilte Europa erörtern die in diesem Band versammelten Aufsätze – und zwar mit einem besonderen Fokus auf der Geschichte und Kultur der Deutschen in und aus dem östlichen Europa sowie deren Nachbarethnien.

Der Band vereint Referate, die auf einer 2014 in Mainz von der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde (gemeinsam mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz e. V.) veranstalteten Tagung mit dem Titel "25 Jahre Erinnerung an das geteilte Europa. Musealisierung, Medialisierung, Kommerzialisierung" gehalten wurden. Darüber hinaus informiert der Berichts- und Rezensionsteil über aktuelle Projekte und Forschungen im Bereich der (historischen) Alltagskultur der Deutschen in und aus dem östlichen Europa.

Mit Beiträgen von:
Uwe Baumann, Frank Britsche, Winfried Hecht, David Kovařík, Sandra Kreisslová, Johanne Lefeldt, Regina Löneke, Anna Mańko-Matysiak, Jana Nosková, Michael Prosser-Schell, Hans-Werner Retterath, Hildegard Schmoller, Thomas Schneider, Sarah Scholl-Schneider, Birgit Schopp, Michael Simon, Ira Spieker, Marketa Spiritova, Ágnes Tóth, Matthias Weber

Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Tilman Kasten, Werner Mezger, Michael Prosser-Schell, Hans-Werner Retterath, Teresa Volk


 

Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde (55) 2014

248 Seiten, broschiert, 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-3196-6


Herausgegeben von:

Susanne Clauß, Elisabeth Fendl, Tilman Kasten, Werner Mezger, Michael Prosser-Schell, Hans-Werner Retterath


 

Kristina Kaiserová / Miroslav Kunštát (Hg.)

Die Suche nach dem Zentrum.
Wissenschaftliche Institute und Bildungseinrichtungen der Deutschen in Böhmen (1800–1945)

Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde, Band 96, 2014,
504 Seiten, broschiert, 42,90 €,
ISBN 978-3-8309-3202-4


Im Zentrum des Sammelbandes steht die Geschichte der deutschen Bildungs- und Wissenschaftsinstitutionen in Böhmen zwischen dem Beginn des 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts. Während Prag auch unter schwierigen Umständen das Zentrum der deutschen Wissenschaft in Böhmen war, versuchten auch andere Städte sich zu profilieren. Die damit verbundenen Raumkonstruktionen von Peripherie und Zentrum sowie die entsprechenden nationalen, ethnischen oder konfessionellen Kodierungen des Raums sind Gegenstand der Studien. Im Fokus der Analysen stehen unterschiedliche, oftmals nur wenig erforschte Beispiele wie etwa die Geschichte der Volkskunde in Böhmen, die Umzugspläne für die Prager Deutsche Universität, das Schul- und Volksbildungswesen, Ausstellungen und Bibliotheken wie auch die Konkurrenz zwischen Reichenberg/Liberec, Aussig/Ústí nad Labem und Eger/Cheb bei der Suche nach einem Zentrum "deutscher" Kultur und Wissenschaft neben der Metropole Prag.

Bei der Publikation handelt es sich um die deutsche Übersetzung eines 2011 in tschechischer Sprache erschienenen Sammelbandes, herausgegeben von Kristina Kaiserová (Leiterin des Instituts für slawisch-germanische Forschung an der Jan-Evangelista-Purkyne-Universität in Aussig) und Miroslav Kunštát (Mitarbeiter am Masaryk-Institut und Archiv der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik).

Mit Beiträgen von:
Elisabeth Fendl, Václav Houfek, Milena Josefovičová, Kristina Kaiserová, Miroslav Kunštát, Petr Lozoviuk, Marie Macková, Miloslava Melanová, Alena Míšková, Tomáš Okurka


 

Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde (54) 2013

254 Seiten, broschiert, mit einigen Abb., 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-2820-1

Schwerpunkt: Auf nach Übersee! Deutsche Auswanderung aus dem östlichen Europa



Im 19. und frühen 20. Jahrhundert emigrierten Deutsche, genauso wie Angehörige anderer Nationalitäten, in großer Zahl aus Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa nach Übersee. In der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen machten sie sich über Häfen in Westeuropa auf den Weg in die USA, nach Kanada, Südamerika, Australien oder in die deutschen Kolonien. Nach einer langen Schiffspassage sahen sie sich mit den Einreisebehörden konfrontiert, die über Aufnahme oder Ablehnung entschieden. Für viele dieser Emigranten erfüllte sich dann der Traum vom "neuen Leben" und so führen heute noch zahlreiche Menschen in den USA und anderen Ländern ihre familiären Wurzeln auf deutsche Auswanderer aus dem östlichen Europa zurück.

Der Band vereint Referate, die auf der Tagung "Auf nach Übersee! Deutsche Auswanderung aus dem östlichen Europa" im November 2012 in Oldenburg gehalten wurden. Im Rahmen dieser Gemeinschaftsveranstaltung der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde und des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa wurden die Motive der Emigranten, der Ablauf der Auswanderung und die lebensweltlichen Konsequenzen ebenso beleuchtet wie die Widerspiegelung von Migrationserfahrungen etwa in Liedern oder biographischen Erzählungen.

Mit Beiträgen von:
Ingrid Bertleff, Victor Dönninghaus, Wolfgang Grams, Eckhard John, Konrad Köstlin, Anitta Maksymowicz, Natalja Salnikova, Sarah Scholl-Schneider, Viktorija Sološėnko, Tobias Weger

Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Tilman Kasten, Werner Mezger, Michael Prosser-Schell, Hans-Werner Retterath, Teresa Volk


 

Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde (53) 2012

240 Seiten, broschiert, 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-2722-8

Blickpunkte II – Fotografien als Quelle zur Erforschung der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa



Lange Zeit wurden Fotografien in der Wissenschaft als Dokumentationsmittel von hoher Objektivität gesehen und genutzt, ohne ihren tatsächlichen Quellenwert, ihre Entstehungsbedingungen und ihre möglichen Metainformationen einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Mit der fortschreitenden Verfeinerung der Methoden der Bildquellenanalyse in den letzten Jahrzehnten aber hat sich dies entscheidend geändert: Der sensible Umgang mit dem eben nur vermeintlich objektiven Medium Fotografie ist zu einem zentralen Thema vieler Forschungsrichtungen geworden. Das gilt auch für die Europäische Ethnologie, in der die wissenschaftliche Bearbeitung und Erschließung fotografischer Bestände mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.

Der Band vereint Referate zur volkskundlichen Bild- und Fotografieforschung, die auf der Tagung "Blickpunkte II", einer Gemeinschaftsveranstaltung der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde und des Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde, in Freiburg im Jahr 2010 gehalten wurden. In Fortsetzung des Bandes 52 erörtert also der vorliegende Jahrbuchband weitere Gesichtspunkte des Themas "Fotografien als Quelle zur Erforschung der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa". Dabei stehen vor allem Fragen der Interpretation von Fotografien im Rahmen größerer Dokumentations- und Auswertungsprojekte im Vordergrund.

Mit Beiträgen von:
Helena Beránková, Sandra Blum, Hana Dvořáková, Jan Iluk, Kristina Kaiserová, Peter Lozoviuk, Marie Macková, Klaus Mohr, Hans-Werner Retterath

Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Tilman Kasten, Werner Mezger, Michael Prosser-Schell, Hans-Werner Retterath, Teresa Volk


 

Veronika Shumska

"Gott hat die Fremden lieb".
Zur Rolle der Frömmigkeitsvermittlung bei Zuwanderern aus der Sowjetunion und Nachfolgestaaten am Beispiel zweier religiöser Gemeinden in Freiburg

Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde, Band 95, 2012,
194 Seiten, broschiert, 29,90 €,
ISBN 978-3-8309-2754-9


Glaubensgemeinschaften, religiöse Bindungen und Frömmigkeitspraktiken spielen in Migrations- und Integrationsprozessen eine erhebliche Rolle. So auch bei Zuwanderern aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. In einem atheistischen System sozialisiert, entscheiden sich nicht wenige von ihnen, nach ihrer Ankunft in Deutschland einer religiösen Gruppierung beizutreten. Dadurch verzeichnen seit etwa dem Jahr 2000 insbesondere russisch-orthodoxe Gemeinden in der Bundesrepublik einen verstärkten Zulauf, wobei sie aufgrund familiärer Konstellationen vermehrt auch russlanddeutsche Mitglieder gewinnen.

Diese empirische Studie untersucht beispielhaft zwei solcher rasch wachsender Gemeinden im Raum Freiburg und beleuchtet dort unter anderem das spannungsreiche Nebeneinander von traditioneller Orthodoxie und einer jungen Erweckungsbewegung, die von einem in den USA lebenden Russlanddeutschen straff organisiert wird, transatlantisch agiert und eine nicht unproblematische Dynamik entwickelt. Die Kernfrage der Arbeit ist dabei, welche Bedeutung Frömmigkeitsstrategien für die Bewältigung des Problems der Fremdheit haben.


 

Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde (52) 2011

246 Seiten, broschiert, mit zahlreichen Abb., 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-2637-5

Schwerpunkt: Blickpunkte I. Fotografien als Quelle zur Erforschung der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa



Im Zeitalter des "iconic turn" rückt die Bildquellenanalyse zunehmend in den Fokus ethnologischer Forschung. Neben Text- und Tondokumenten stellen Fotografien den größten Bestand an Zeugnissen der Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa dar. Während bei Text- und Tondokumenten Analysen in großem Maße vorliegen, weist die Bildforschung noch immer große Defizite auf, obwohl die Fotografie als Mittel heimat- und volkskundlicher Forschung schon früh erkannt und eingesetzt wurde. Oftmals sind Fotografien auch der einzige Beleg für das Leben vor Flucht und Vertreibung. Neben der Erfassung des Aussagegehalts und des Bildkontexts einer Fotografie spielt zudem die Frage nach deren Authentizität eine wesentliche Rolle, da Fotografien eben nur scheinbar objektive Zeugnisse bzw. Abbilder der Wirklichkeit sind. Was also verraten uns Fotografien über die Kultur der Deutschen im und aus dem östlichen Europa?

Die Beiträge des Bandes – Referate einer 2010 in Görlitz veranstalteten Tagung der Kommission zum Thema Bildforschung – beleuchten anhand fotografischer Zeugnisse Kultur und Alltagsleben der Deutschen im östlichen Europa und analysieren, welche Bedeutung das Medium Fotografie als Quelle in diesem volkskundlichen Forschungsbereich trägt. Nicht zuletzt werden auch Methoden und Aspekte der Dokumentation und Archivierung thematisiert.

Mit Beiträgen von:
Elke Bauer, Elżbieta Berendt, Magdalena Górniak-Bardzik, Małgorzata Michalska, Malwine Seemann, Marita Krauss, Sarah Scholl-Schneider, Teresa Volk, Theresa Langer, Vladimír J. Horák, Wolfram G. Theilemann

Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Werner Mezger, Michael Prosser-Schell, Hans-Werner Retterath, Teresa Volk


 

Sarah Scholl-Schneider

Mittler zwischen Kulturen.
Biographische Erfahrungen tschechischer Remigranten nach 1989

Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde, Band 94, 2011,
280 Seiten, broschiert, 29,90 €,
ISBN 978-3-8309-2574-3


Nach 1989 konnten viele tschechische Emigranten nach langer Zeit im Westen in ihre Heimat zurückkehren. Doch die Rückkehr gestaltete sich schwieriger als angenommen. Zu vieles hatte sich in der Heimat gewandelt, zu sehr hatten auch sie selbst sich im Exil verändert. Immer wieder schlug ihnen von den Daheimgebliebenen ein Klischee entgegen: "Während wir hier gelitten haben, habt ihr es Euch im Westen gut gehen lassen." Die Emigration galt nicht als Plus im Lebenslauf. Dennoch nahmen die Remigranten durchaus Einfluss auf die postkommunistische Entwicklung des Landes. Sie leiteten interkulturelle Transferprozesse zwischen Exil- und Heimatland ein und trugen damit nicht unbedeutend zur Demokratisierung ihrer Heimat bei.

Die Autorin beleuchtet die biographischen Erfahrungen remigrierter tschechischer Eliten auf ihren Wegen zwischen Ost und West auf Basis zahlreicher Interviews. Dabei stehen sowohl die individuellen Alltagserfahrungen der Remigranten als auch die interkulturellen Transferprozesse im Fokus der kulturvergleichenden Analysen. So entsteht ein dichtes und buntes Bild der tschechischen Emigration und Remigration, das zugleich viele Facetten der tschechischen Gesellschaft widerspiegelt.


 

Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde (51) 2010

288 Seiten, broschiert, mit einigen Abb., 32,00 €,
ISBN 978-3-8309-2501-9


Herausgegeben von:

Elisabeth Fendl, Werner Mezger, Michael Prosser-Schell, Hans-Werner Retterath, Teresa Volk


 

Raimund Paleczek (Hg.)

Die Modernisierung des Großgrundbesitzes des Fürsten Johann Adolf II. zu Schwarzenberg.
Beispiel einer deutsch-tschechischen Symbiose in Südböhmen im Neoabsolutismus 1848–1860.

Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde, Band 93, 2008,
N. G. Elwert, 29,90 €,
ISBN 3-7708-1326-1


Modernisierung und adeliger Großgrundbesitz - das scheinen auf den ersten Blick unvereinbare Gegensätze zu sein. Der Autor belegt in seiner Studie, dass dieses weit verbreitete Deutungsmuster zumindest für die bedeutendste Adelsfamilie des neuzeitlichen Böhmen nicht zutrifft: die Fürsten zu Schwarzberg. Nachdem 1848 der Versuch gescheitert war, Österreichs Monarchie zu reformieren und in einen parlamentarischen Verfassungsstaat umzubauen, wurden die Völker der Reichsteile in einen als "Neoabsolutismus" bezeichneten Winterschlaf versetzt. Dennoch konnte sich das Bürgertum vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet weiter emanzipieren. In einigen Fällen gelang es auch dem großgrundbesitzenden Adel in dieser Zeit, seine Güter betriebswirtschaftlich zu moderniesieren. Eine tragende Rolle kam dabei dem Zusammenwirken von adligem Gutsherrn und seinen Beamten zu. Fürst Johannes Adolph II. zu Schwarzberg verwaltete seinen 180 000 Hektar großen Besitz in Böhmen über ein halbes Jahrhundert mit einer Mischung aus patriachalischen Traditionen und kapitalorientierter, aber sozial verantwortungsbewusster Betriebsführung, in der nationale Auseinandersetzungen keinen Platz hatten. Dieses sozialökonomische Integrationsmodell war von eineinhalb Jahrhunderten erfolgreich und gewinnt vor dem Hintergrund der Identitätskrise sozialer und ökonomischer Machbarkeit an aktuelle Bedeutung.


 

Nadine Bartels

Symbol misslungener Integration?
Zur ethnischen Kolonie russlanddeutscher Migrantinnen und Migranten in Lahr.

Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde, Band 92, 2007,
N. G. Elwert, 19,90 €,
ISBN 3-7708-1316-2


"Klein-Kasachstan im Ländle", "Gorki-Park" oder "Russen-Ghetto" - Begriffe, die als Synonyme für die badische Stadt Lahr gelten, eine Stadt, in der annährend jeder Fünfte der 43.000 Einwohner einen russlanddeutschen Migrationshintergrund besitzt. Die Bezeichnungen verweisen auf die große Zahl von Spätaussiedlern, die seit Ende des Kalten Krieges auf der Suche nach einer neuen Heimat in die Stadt am Schwarzwald gekommen sind. Sie verweisen darüber hinaus auch auf die bewegte Geschichte einer ehemaligen Garinsinsstadt und kanadische Nato-Hauptbasis auf dem Weg zu einem Ort, der nun bundesweit als "Aussiedlerstadt" für Aufsehen sorgt und seinen Platz hat in der gesellschaftlichen Diskussion um Integration, Segregation und um die so umstrittene "Parallelgesellschaften".

Auf Grundlagen von Interviews, archivalischen Dokumenten und der Berichterstattung in lokalen und überregionalen Medien wird ein Einblick gegeben in der Entstehungsbedingungen ethnischer Kolonien. Zentral sind dabei die Selbsteinschätzung und Sichtweisen russlanddeutscher Migrantinnen und Migranten. Wie sehen diese Einwanderer intraethnische Strukturen, die vielen als Problem und Integrationshemmnis gelten? Welche Funktionen erfüllen ethnische Kolonien für (Spät-)Aussiedler? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum der empirischen Untersuchung, die sich letztendlich mit der virulenten Frage beschäftigt, ob ethnische Kolonien allgemein als Symbol misslungener Integration verstanden werden können.


 

Elisabeth Fendl

Aufbaugeschichten.
Eine Biographie der Vertriebenengemeinde Neutraubling.

Schriftenreihe der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde, Band 91, 2006,
N. G. Elwert, 24,90 €, ISBN 3-7708-1299-8


Die Studie beschäftigt sich mit der Aufbauzeit der bayerischen Vertriebenengemeinde Neutraublingen in den Jahren 1946 bis 1961. Auf Grundlage biographischer Interviews, archivalischer Quellen und der Berichterstattung in lokalen und regionalen Medien entwickelt die Volkskundlerin Elisabeth Fendl eine eigene Perspektive, aus der sie die Bilder und Topoi analysiert, die im örtlichen Diskurs über diese Zeit weitergegeben werden und sich dabei verändern. Die Autorin zeigt, wie sich Erinnerungen der damaligen Akteure die von schwierigen Verhältnissen geprägte Aufbauzeit anhand verfestigter Erzählmuster in eine Zeit von Leistung und Abenteuer verwandelt. Untersucht wird zudem die Rolle der Traditionen aus der alten Heimaten Böhmen, Schlesien, Ostpreußen, der Batschka usw., von denen man sagt, man habe sie in die neue Heimat mitgebracht. Als solche transferierte Traditionen verstanden, wurden sie zu kulturellen Mustern, die in verschiedenen Phasen der Aufbauzeit in einer je unterschiedlichen (Be-)Deutung aktiviert wurden. Die Frage danach wann man wie mit dem "kulturellen Gepäck" umgegangen ist, wie es sich verändert hat und wie es gesellschaftlich und politisch instrumentalisiert wurde, ist von aktueller Relevanz und regt zum Vergleich mit heutigen Migrationen an.


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