Institut für Volkskunde
der Deutschen des östlichen Europa
IVDE Freiburg
Identitäten und Interkulturalität

In diesem Arbeitsfeld wird untersucht, wie Menschen verschiedener Kulturen mit Gemeinsamkeit und Differenz umgehen, welche Selbst- und Fremdbilder dabei entstehen, wie sich Identitäten ausprägen und welche Chancen und Risiken sich damit verbinden.

Nicht erst durch den Prozess der Globalisierung in der fortgeschrittenen Moderne sind das Nebeneinander und Miteinander verschiedener Kulturen ebenso wie der Austausch zwischen ihnen eine der wichtigsten Ressourcen kultureller Dynamik. Vor allem das östliche Europa, wo Multiethnizität viele Regionen geprägt hat, ehe Umsiedlungen, Flucht und Vertreibung während und nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte Verhältnisse schufen, bietet hier breite Forschungsmöglichkeiten. Es zeigt, wo im alltäglichen Umgang der einzelnen Ethnien mit sich und mit anderen Kontakt- und Konfliktfelder lagen, wie Rechte zwischen Mehrheiten und Minderheiten ausgehandelt wurden, wie Selbst- und Fremdbilder entstanden, Identitätskonstruktionen und Stereotypisierungen abliefen, Ethnisierungsprozesse vonstattengingen und vieles andere mehr. Nicht zuletzt gilt das Erkenntnisinteresse in diesem Arbeitsbereich den komplizierten Abläufen der gegenseitigen Wahrnehmung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden durch die einzelnen Bevölkerungsgruppen und deren Perspektivwechsel nach 1945. Bis zu einem gewissen Grad kann die Beschäftigung mit Identität und Interkulturalität im Kontext der Heimatvertriebenen sicher auch einen Beitrag zum Verständnis der kulturellen Probleme heutiger Massenmigrationsphänomene in Europa und der Welt leisten.

Laufende Projekte

Folklore Europaea 

Städtepartnerschaften mit Kommunen im östlichen Europa 

Fotografien als Quelle – die Bildbestände des IVDE 

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